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Diagnose & Pflichten📖 5 Min. Lesezeit📅 2026-07-09Autor: Philipp Ostermayer (geprüft von Martin Meier)

Die Schweizer Radonkarte & der amtliche Radon-Check des BAG

Liegt Ihre Immobilie in einem Radongebiet? Nutzen Sie die Schweizer Radonkarte und den offiziellen Radon-Check des BAG zur Risikobeurteilung.

Einleitung: Wie hoch ist das Risiko in Ihrer Gemeinde?

Wer ein Haus in der Schweiz besitzt, kauft oder saniert, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Immobilie von radioaktivem Radon betroffen ist? Um der Bevölkerung eine fundierte Orientierung zu bieten, betreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in enger Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kommission für Strahlenschutz und Swisstopo ein datenbasiertes Prognose- und Kartierungssystem.

Die offizielle Schweizer Radonkarte und das Online-Tool Radon-Check sind die wichtigsten Werkzeuge für eine erste Risikoabschätzung.

Die interaktive Radonkarte der Schweiz: Was bedeuten die Farben?

Die Radonkarte der Schweiz ist keine statische Zeichnung, sondern ein hochkomplexes, statistisches Vorhersagemodell. Sie basiert auf über 100'000 realen Messungen, die in Schweizer Haushalten durchgeführt wurden, kombiniert mit geologischen Bodendaten und Gebäudeeigenschaften.

Die Karte zeigt farblich abgestuft die Wahrscheinlichkeit [%], mit der in einem bestimmten Gebiet in einem Wohngebäude der gesetzliche Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird:

  • Grüne Bereiche (Geringes Risiko): Die Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung liegt unter 1 %. Die meisten Gebäude im Mittelland befinden sich in dieser Zone.
  • Gelbe/Orange Bereiche (Mittleres Risiko): Wahrscheinlichkeit zwischen 1 % und 10 %. Vorsorgliche Messungen sind bei Sanierungen und Umbauten dringend empfohlen.
  • Rote Bereiche (Hohes Risiko / Hotspots): Wahrscheinlichkeit über 10 %. In weiten Teilen des Juras und der Alpen (Tessin, Wallis, Graubünden) liegt das Risiko lokal sogar bei über 20 % oder 30 %. Hier ist das Risiko extrem hoch.

Der amtliche "Radon-Check" des BAG: Die schnelle Online-Prüfung

Um Hauseigentümern den Einstieg zu erleichtern, bietet das BAG ein kostenloses interaktives Online-Tool an: den Radon-Check (verfügbar auf `ch-radon.ch`).

Durch Eingabe Ihrer Postleitzahl, der Adresse, des Baujahres und der Gebäudestruktur (z. B. Vorhandensein eines Kellers) berechnet der Algorithmus die individuelle Dringlichkeit für eine reale Messung. Das Tool gibt Ihnen eine direkte Handlungsempfehlung:

1

"Keine Messung dringend erforderlich": Ihr Gebäude liegt in einer risikoarmen Zone und verfügt über eine moderne, dichte Betonbodenplatte. Eine Messung ist freiwillig.

2

"Messung empfohlen": Mittleres Risiko. Eine Messung im nächsten Winter ist ratsam, besonders wenn Wohnräume im Untergeschoss liegen.

3

"Messung dringend empfohlen": Hohes Risiko. Sie sollten umgehend Dosimeter bei einer anerkannten Messstelle bestellen, um Gewissheit zu erlangen.

Achtung: Die Karte ersetzt keine reale Messung!

Das BAG betont ausdrücklich eine fundamentale Einschränkung der Radonkarte:

Die Radonkarte ist ein rein statistisches Prognosemodell für eine ganze Region. Sie kann niemals die tatsächliche Belastung eines einzelnen, spezifischen Hauses voraussagen.

Selbst in einer "grünen" Gemeinde mit geringem Risiko kann ein Haus mit einem rissigen Naturkeller Spitzenwerte von über 1000 Bq/m³ aufweisen. Umgekehrt kann ein hochmodernes Minergie-Haus in einer roten Zone im Tessin dank perfekter Abdichtung völlig unbelastet sein. Die Karte dient demnach nur zur Definition der Priorität – Gewissheit bringt ausschliesslich die physikalische Dosismessung vor Ort.

Vorschriften für Baubewilligungen: Seit 2020 sind die kantonalen Baubewilligungsbehörden in gelb und rot markierten Gemeinden gesetzlich verpflichtet, Bauherren im Baubewilligungsverfahren explizit auf die Radon-SIA-Norm 180 hinzuweisen und präventive Baumassnahmen einzufordern.

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Fachlich geprüftMartin Meier
ℹ️ Offizielle Schweizer Richtlinien: Weiterführende gesetzliche Informationen und Schutzbestimmungen finden Sie direkt bei den Schweizer Behörden: SUVA Asbest-Richtlinien sowie im Portal der EKAS (Eidg. Koordinationskommission für Arbeitssicherheit).

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